Wempe – Uhrenlexikon
Profitieren Sie von unserem Wissen und unserer Erfahrung - schlagen Sie Begriffe und Themenbereiche nach die Sie interessieren und bei denen Sie bisher nicht weiter wissen.
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Kreisrunder Metallreif, der gemeinsam mit der Unruhspirale das gangregelnde Organ einer mechanischen Uhr verkörpert. Er beeinflusst die Präzision ganz entscheidend. Der Unruhreif kann als statisch ausgewuchtetes „Schwungrad“ definiert werden. Bis in die 1940er Jahre wurden in Präzisionsuhren zum Ausgleich von Temperaturschwankungen bimetallische Unruhn verwendet. Als 1933 die autokompensierende „Nivarox“-Spirale Serienreife erlangt hatte, verloren sie zunehmend an Bedeutung. An ihrer Stelle traten zunehmend monometallische „Glucydur“-Unruhreifen aus Beryllium-Bronze. In Verbindung mit der „Nivarox“-Spirale war damit ein beinahe ideales Regulierorgan entstanden, das bis in die Gegenwart nichts an Aktualität eingebüßt hat. Diese Paarung wird in allen hochwertigen mechanischen Uhren verwendet.
Die Unruhspirale kann als „Seele einer mechanischen Uhr“ bezeichnet werden. Mit ihrem inneren Ende ist sie an der Unruhwelle, mit dem äußeren am Unruhkloben befestigt. Durch ihre Elastizität sorgt sie dafür, dass die Unruh gleichmäßig hin und her schwingt. Ihre aktive Länge bestimmt neben dem Trägheitsmoment des Unruhreifens dessen Schwingungsdauer. Deshalb findet man in den meisten Uhren einen Rücker, mit dem sich die aktive Länge der Unruhspirale verändern lässt. Verlängern der Unruhspirale bewirkt Nachgehen, Verkürzen ein Vorgehen der Uhr. Die Präzision mechanischer Uhren hängt auch von der Qualität des verwendeten Materials sowie der Form der Unruhspirale ab. Die Unruhspirale ist drei bis viermal dünner als ein menschliches Haar und wiegt etwa 2/1.000 Gramm. Trotzdem vermag sie einer Spannung von 600 Gramm zu widerstehen. Mehr als 200.000.000-mal pro Jahr zieht sie ihre feinen Windungen zusammen und dehnt sie danach wieder aus.