Wempe – Uhrenlexikon

Profitieren Sie von unserem Wissen und unserer Erfahrung - schlagen Sie Begriffe und Themenbereiche nach die Sie interessieren und bei denen Sie bisher nicht weiter wissen.

Datumsanzeige

Indikation des Datums entweder analog durch einen Zeiger oder digital durch eine bedruckte Scheibe. Zeiger und Scheibe drehen sich innerhalb von 31 Tagen einmal um ihre Achse. Sie werden täglich gegen Mitternacht über das Zeigerwerk um eine Position weitergeschaltet. Beim sog. Zeigerdatum sind die Zahlen von 1 bis 31 auf das Zifferblatt gedruckt. Die Spitze des Zeigers zeigt auf das aktuelle Datum. Armbanduhren mit digitaler Datumsanzeige verfügen über eine auf der Werksvorderseite angebrachte Datumsscheibe. Die Zahlen sind durch einen Zifferblattausschnitt sichtbar. Eine ins Glas eingeschliffene Lupe verbessert die Ablesbarkeit. Grundsätzlich zu unterscheiden sind schleichende und springende Datumsanzeigen. Erstere werden vom Werk allmählich fortgeschaltet. Springende Indikationen entziehen dem Uhrwerk im Laufe des Tages sukzessive Kraft und speichern sie in einer Feder. Die Energie wird exakt um Mitternacht für den Schaltvorgang freigesetzt. Neben digitalen Datumsanzeigen mit einem Ring gab und gibt es auch solche mit zwei Scheiben, zwei konzentrisch angeordneten Zahlenscheiben oder mit einer Scheibe und einem Kreuz. Ein Teil indiziert die Zehner-, das andere die Einerziffer des Datums. Diese Großdatumsanzeigen lassen sich naturgemäß besser ablesen als die normalen Indikationen mit nur einem Fenster.

Datumsgrenze

Gemäß internationaler Vereinbarung eine etwa mit dem 180. Längengrad zusammenfallende Grenzlinie auf der Erdoberfläche. Die Datumsgrenze verläuft über dem Pazifischen Ozean nahe Neuseeland und den Fidschi-Inseln. Beim Überschreiten der Datumsgrenze in westlicher Richtung müssen ein Tag und ein Datum übersprungen werden; in entgegengesetzter Richtung Reisende dürfen hingegen einen Tag und ein Datum zweimal hintereinander zählen. Nur so können die bei einer Weltreise auftretenden Datumsdifferenzen kompensiert werden.

Deckstein

Uhrstein ohne Bohrung. Er wird mit seiner flachen Seite über einem Lochstein montiert, um das Höhenspiel der Welle zu begrenzen. Die Lager für die Unruhwelle sind in der Regel mit Decksteinen ausgestattet. Bei sehr hochwertigen Kalibern werden auch die Anker- und Ankerradlager mit Decksteinen versehen.

Digitale Zeitanzeige

Darstellung der Uhrzeit in Ziffern. Digitale Indikationen für Stunden, Minuten, Sekunden und/oder Datum wurden bereits vor der Erfindung der Quarzuhr verwendet. Bei mechanischen Zeitmessern rotieren entsprechend bedruckte Ringe oder Scheiben. Bei den elektronischen Quarz-Armbanduhren erfolgte die digitale Zeitanzeige zunächst über Lichtemissionsdioden (LED), die wegen des hohen Stromverbrauchs schon bald durch die Flüssigkristallanzeigen (LCD) ersetzt wurden.

Doppelseitige Uhr

Uhr mit je einem Zifferblatt auf der Vorder- und Rückseite. Doppelseitige Taschenuhren sind wesentlich häufiger zu finden als entsprechende Armbanduhren. Moderne doppelseitige Armbanduhren gibt es z. B. von Jaeger-LeCoultre „Reverso duo-face“ oder von Patek Philippe „Sky Moon Tourbillon“.

Doppeltes Uhrwerk

Uhr mit zwei völlig getrennten Uhrwerken (Handaufzug, Automatik, Quarz), um z. B. zwei unterschiedliche Zonenzeiten anzuzeigen. Das Problem von Armbanduhren mit doppeltem Werk besteht insbesondere bei mechanischen Modellen in der gelegentlichen Zeitabweichung, bedingt durch Gangdifferenzen.

Doublé

Französischstämmiges Wort, kommt von doubler: verdoppeln. Uhren mit Doublé-Gehäusen scheinen auf den ersten Blick wertvoller, als sie tatsächlich sind. Auf ein in der Regel unedles Basismaterial wird eine mehr oder minder dünne Schicht aus Edelmetall aufgebracht, z. B. gewalzt. Ist dies Gold, spricht man von Walzgold-Doublé. Daneben gibt es aber auch Silber- oder Platin-Doublé. Die Stärke der Edelmetall-Auflage wird in Mikron (tausendstel Millimeter) angegeben. Die Angabe 20 Mikron besagt also, dass die Edelmetall-Schicht 20/1.000 oder 2/100 mm beträgt. Doublé-Armbanduhren haben den Nachteil, dass die Edelmetall-Auflage im Laufe der Zeit - je nach Beanspruchung und Schweißanfall - abgeht. Häufig wird der Boden bei Doublé-Uhren aus robustem Edelstahl hergestellt.

Drehgestell

Feiner Käfig aus Stahl oder – bei modernen Armbanduhren – auch aus Titan oder Aluminium, der bei Uhren mit Tourbillon zur Aufnahme des Schwing- und Hemmungssystems (Unruh, Unruhwelle, Unruhspirale, Anker, Ankerrad) dient. Das Drehgestell rotiert in der Regel einmal pro Minute um seine Achse. Es soll fest, filigran und möglichst leicht sein. Seine Herstellung gehört zu den aufwändigsten uhrmacherischen Arbeiten.

Dreiviertelplatine

Im Gegensatz zum Brückenwerk wird nahezu das gesamte Räderwerk (Ausnahme Anker, Ankerrad und Unruh) unter einer weiteren Platine gelagert. 3/4-Platinenwerke kommen in amerikanischen, englischen und vor allem in Glashütter Uhren zur Anwendung.

Drücker

Teil, mit dem sich eine Funktion steuern lässt, bei Savonnettes z. B. das Öffnen des Sprungdeckels, bei Chronographen das Starten, Stoppen und Nullstellen, bei manchen Repetitionsuhren das Auslösen des Schlagwerks, bei Weltzeituhren das Verstellen der Zonenzeiten.