Wempe – Schmucklexikon

Profitieren Sie von unserem Wissen und unserer Erfahrung - schlagen Sie Begriffe und Themenbereiche nach die Sie interessieren und bei denen Sie bisher nicht weiter wissen.

Santa Maria

„Santa Maria“ ist die Qualitätsbezeichnung für besonders feine Aquamarine, die in einem tiefen, sehr begehrten Blau auftreten. Dieser Name kommt von der gleichnamigen Mine in Brasilien (Ceará). Weitere Qualitätsstufen von Aquamarinen aus Brasilien sind Bezeichnungen wie „Espirito Sant“, „Martha Rocha“, „Fortaleza“ und „Marambaia“. Schöne Aquamarine stammen auch aus Mosambik und werden „Santa-Maria-Africana“ genannt.

Saphir

Sein Name führt in die Irre: Die Bezeichnung „Saphir“ beruht auf dem griechischen Wort für Blau. Doch der Saphir aus der Korund-Gruppe wird in allen Farben des Regenbogens gefunden. Es gibt grüne, gelbe, rosafarbene und braune Saphire, die die Farbe als Beinamen tragen. Der Name Saphir ohne Zusatz meint in der Regel den blauen Saphir. Nur der rote Korund wird Rubin genannt, der orangefarbene Padparadscha. Der Saphir gehört zu den begehrtesten Juwelen – besonders gefragt ist er in einem tiefen Kornblumenblau. Die bedeutendsten Lagerstätten liegen in Australien, Birma, Sri Lanka und Thailand.

Sautoir

Sautoirs sind sehr lange Ketten, die elegant und sinnlich bis zur Taille schwingen. Sie kamen im 18. und 19. Jahrhundert mit einer Länge von bis zu 120 Zentimetern in Mode. Sautoirs sind oft ohne Verschluss gearbeitet und enden mit geschmückten Anhängern oder Troddeln. Früher wurden die beiden Enden eines Sautoirs mit Broschen am Gürtel, an der Schulter oder an zwei verschiedenen Stellen des Kleides festgesteckt. Andere Versionen verfügen über unsichtbare Schließen, so dass ein Sautoir auch als mehrreihige Kette oder als Armband getragen werden kann. Das Sautoir war Coco Chanels Lieblingsschmuck und wird daher auch Chanel-Kette genannt.

Schiene

Schiene ist die Fachbezeichnung für den wichtigsten Teil des Rings: den Reifen, der den Finger umschließt, also die Grundform des Ringes. Die Ringschiene kann gerade oder gerundet gestaltet sein und ist in der Regel mit einem Ringkopf versehen, der zum Beispiel als Fassung von Farbsteinen oder Diamanten dient.

Schlangenkette

Die Schlangenkette ist geschmeidig und beweglich – daher auch ihr Name. Ihre Oberfläche wirkt nahezu geschlossen, da flache Glieder wie Schuppen eng miteinander verbunden und trotzdem voll beweglich sind. Sie eignet sich besonders gut als Trägerkette für Anhänger.

Schliff

Der Schliff ist die Bearbeitung der Oberfläche von Farbsteinen und Diamanten, durch die ihre Schönheit, ihre Farbe und ihr Glanz zum Vorschein kommen. Die Anfänge des Edelsteinschleifens kommen wahrscheinlich aus Indien. Bis ins 15. Jahrhundert hinein wurde bei durchsichtigen Edelsteinen meist nur die natürliche Kristall- oder Spaltfläche poliert. Der Facettenschliff wurde erst im Laufe des 15. Jahrhunderts allgemein bekannt. Farbsteine werden auf Schleifscheiben aus Blei, Bronze, Kupfer oder Zinn geschliffen. Diamanten können nur mit Diamanten geschliffen werden – und auch nur deshalb, weil der Diamant auf verschiedenen Kristallflächen und nach verschiedenen Richtungen hin unterschiedlich hart ist. Viele der Arbeitsschritte beim Schleifen von Farbsteinen oder Diamanten sind nur von Hand möglich.

Schmuckstein

Sammelbezeichnung für alle schmückenden Steine und steinähnlichen Materialien. Bisweilen wird der Begriff auch nur für die weniger wertvollen oder undurchsichtigen Steine verwendet. Meist wird der Begriff Schmuckstein jedoch mit dem Begriff des Edelsteins gleichgesetzt. Eine klare Abgrenzung und begriffliche Bedeutung gibt es nicht.

Silber

Silber ist ein weiß glänzendes, leicht verformbares und dehnbares Metall. Es hat mit einigen Superlativen aufzuwarten: Von allen Metallen reflektiert es am besten Licht und ist der beste Wärme- und Elektrizitätsleiter. Daher ist es nicht nur für Schmuck begehrt, sondern auch für chemische Apparate und ist in der Medizin und Elektrotechnik sehr gefragt. Sein chemisches Symbol ist „Ag“, abgeleitet vom lateinischen „argentum“. Da reines Silber für die meisten Anwendungsbereiche zu weich ist, wird es mit anderen Metallen legiert. Dabei entspricht die Bezeichnung „Sterlingsilber“ einer Legierung, bei der von 1.000 Teilen Metall ganze 925 Teile Silber sind.

Smaragd

Sein Name charakterisiert den edelsten Stein aus der Beryll-Gruppe: „Smaragdos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „grüner Stein“. Die meisten Smaragde sind von feinen Rissen und Einschlüssen durchzogen. Vollkommene Steine in einem satten, dunklen Grün sind Raritäten, die höher geschätzt werden als der Diamant. Die schönsten Exemplare kommen aus Kolumbien und haben meist nur farblose Einschlüsse, während bei Steinen aus fast allen anderen Vorkommen der Welt das schöne Grün stärker eingetrübt ist. Bisweilen gilt dies jedoch nicht als Fehler und wird als „Jardin“ bezeichnet. Der Smaragd wird bevorzugt im Treppen- oder im Smaragdschliff (Emerald Cut) geschliffen.

Solitaire

Der Name Solitaire kommt aus dem Französischen und heißt „einzeln“ bzw. „Einsiedler“. Im Schmuck bezeichnet dieser Begriff ein Stück mit einem einzeln gefassten, meist stattlichen Diamanten im Mittelpunkt. Oft wird unter dem Begriff Solitaire ausschließlich ein Ring verstanden, dessen Höhepunkt ein Diamant bildet.

Spaltbarkeit

Viele Edelsteine lassen sich in eine oder mehrere Richtungen spalten und weisen an den Bruchstellen dann vollkommen ebene Flächen auf. Diese Eigenschaft wird Spaltbarkeit genannt. Sie ist vom Gitterbau der Kristalle abhängig. Je nachdem, wie leicht sich ein Edelstein spalten lässt, unterscheidet man eine vollkommene, eine gute und eine undeutliche Spaltbarkeit. Wenn Edelsteine sich überhaupt nicht spalten lassen, heißt dies „keine Spaltbarkeit“. Beim Schleifen und Fassen von Edelsteinen muss auf die Spaltbarkeit Rücksicht genommen werden, denn oft genügt schon ein kleiner Schlag oder übermäßiger Druck, um einen Stein zu teilen.

Südseeperle

Südseeperlen sind die kostbarsten und feinsten aller Perlen. Allein ihre Größe von 10 bis 20 Millimeter Durchmesser macht sie zu besonderen Prachtstücken. Helle Südsee-Zuchtperlen haben eine sehr dicke Perlmuttschicht, die von Weiß über Silber, Creme und Gold bis in ein helles Blaugrau geht und die ihnen den sanften und dennoch glanzvollen Lüster verleiht. Die größten und schönsten Südseeperlen kommen aus Australien, auch Indonesien ist ein bedeutender Produzent. Südseeperlen wachsen in der Muschel „Pinctada maxima“. Am seltensten und hochwertigsten sind weiße Südsee-Zuchtperlen, die nahezu perfekt rund geformt sind.

Süßwasserperle

Süßwasser-Zuchtperlen sind heute sehr populär. Denn aus den früher kleinen und unregelmäßigen Perlen sind durch Zuchtfortschritte der vergangenen Jahre bis zu zehn Millimeter große, aber nur annähernd runde Perlen geworden, die durch ihre Farbvielfalt bestechen: Diese reicht von Weiß, Rosé und Grün bis hin zu intensiven Rot- und Lilatönen. Bei der Züchtung wird nur ein Perlmutt bildendes Gewebestück eingesetzt, so dass die Perlen kernlos sind und durch und durch aus Perlmutt bestehen. Heute kommen Süßwasser-Zuchtperlen fast ausschließlich aus China und tragen daher auch den Namen Chinaperlen.

Synthese

Der Mensch imitiert die Natur: Synthesen sind in einem Labor hergestellte Minerale, die die gleichen chemischen und physikalischen Eigenschaften wie natürliche Minerale aufweisen. Verfahren für diese Herstellung wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Am gebräuchlichsten ist ein Schmelz-Tropf-Verfahren, bei dem pulverisierter Rohstoff geschmolzen wird. Die niederfallenden Tropfen bilden einen birnenförmigen Körper, dessen Inneres einem natürlichen Kristall völlig gleicht. Heute gibt es kaum einen Edelstein, der nicht nachgeahmt werden kann. Im Handel müssen sie mit dem Zusatz „synthetisch“ versehen sein.